Ferien

100922-heike-fliegt Ich bin immer noch im Bambuswald. Heike hat sich inzwischen alleine auf den weiteren Weg gemacht. Sie fliegt wieder nach Lhasa, um dort trecken zu gehen.
Ohne Fahrzeug ist die Einreise nach Tibet kein Problem,
für mich ein im Moment unlösbares.
100919-peter-kocht Es gibt weiteres für mich zu tun, hier in Beilun.
Wir wollen noch ein Filmprojekt zum Thema „Nachhaltige Industrieproduktion in China“ anpacken.

Peter lädt zu einer besonderen Premiere ein:
Selbstgekochtes aus dem Römertopf.

Er hat noch drei chinesische Freunde dazu eingeladen.
Getrunken wird spanischer Rotwein,
und deutsches Bier.

100925-maybach-gruppe Peter lädt auch ins Maybach ein.
Der Stargast dieses Sommers ist die beste ReggaeBand ganz Chinas.
Die Temperaturen bewegen sich draussen auch nachts noch um die 25°, das passt also wirklich gut.
100928-beim-japaner2 Daniel lädt zum Japaner ein.
Völlig unscheinbar geht es in ein schmales Haus am „japanischen Platz“ in Beilun. Hier sind unzählige Restaurants mit genau dieser japanischen und koreanischen Küche versammelt. Da den richtigen zu finden ist garnicht so einfach. Die Jungens haben einfach alle mal durchprobiert. Das bleibt mir jetzt erspart.
Unsere bunte Truppe kommt aus Deutschland, der Schweiz, Canada, Luxemburg und Kasachstan…

buddh Insel Putuo Shan

100905-ps-marytina Der einzige, heilige, buddhistische Berg Chinas, der auf einer Insel liegt.
Wir haben es nur 40 Km und zwei Bootstouren weit, also wird das ein
gemütlicher Tagesausflug.
Das liegt auch vor allem an der Begleitung:
Mary und Tina aus Detlefs Büro wollen auch mal wieder hin und nehmen uns einfach mit.
100905-ps-guanyin Die Insel ist der vor allem der Wohnsitz von „Guanyin“, der ewig mitfühlenden Göttin der Barmherzigkeit.
Sie hat mal irgendwann alles Leid der Erde aufgenommen
und hält jetzt schützend ihre Hand über die Menschheit.

Manch einer scheint davon genug zu haben…,
oder weshalb hat dieser Herr seinen
Regenschirm bei blauestem Himmel aufgespannt ?

100905-ps-tempel Je weiter man sich von den GrossAttraktionen entfernt, desto schöner wird die Insel.

Und neben den drei Haupttempeln hat sie 88 weitere zu bieten.

100905-ps-fisch-trocknen Trotz alle dem Prunk:
Am spannendsten finde ich mal wieder das Leben in den kleinen Gassen.
Die kleinen Restaurants nutzen jeden qm um den Fisch zu trocknen.
100905-mary-vor-schrift Und ganz zum Schluss, da bekommen wir auch mit, was Tina + Mary auf diese Insel schon wieder gezogen hat.

An jedem Tempel und an diesen grossen Schriftzeichen, da wird sich gewünscht, was die Zukunft so hergeben soll.

Die beiden lassen keine Gelegenheit aus, hier ihrem Glück auf die Sprünge zu helfen.
Es geht immer um DAS eine:
Einen tollen, lieben Mann finden,
EIN Kind bekommen, und ein laaaanges Leben.

Hier vor dem passenden schriftzeichen „Herz“!
PS:
Und zu ‚haben‘ sind beide noch …

Grosse Pause

100828-sauerkraut-m-snow Über Wuhan und Nanching gehts dann in drei weiteren Fahrtagen und 1.400 Km uber namenslose Autobahnen ganz an die Ostküste Chinas, nach Ningbo, ca 200 Km südlich von Shanghai.
Kartoffelpüree mit Sauerkraut schafft da schnell ein besonderes HighLight in der Kombüse.
Selbst wenn das passende Bier dazu „Snow“ heisst….

Am EtappenZiel in Ningbo, sind wir erstmal sicher:
vor weiteren Fahretappen,
vor der Suche nach Übernachtungs-plätzen im Dunkeln,
vor allen Guides auf dieser Welt…

100829-bei-bruceandy Wir finden Unterschlupf bei Peter.
Seit 14 Jahren wohnt und arbeitet er schon hier an der Küste.
Heute Abend gehen wir erstmal mit zur Gillparty von Bruce und Andy. Beide bekommen Nachwuchs und haben gerade noch eine schicke neue Wohnung bezogen.
Jetzt gibt es die Einweihungsfete.
100918-gelb-in-dachi_sm Nach der Industriestadt Ningbo/Beilun ziehen wir ein ruhigeres Plätzchen vor.

Nur 20 Km entfernt, im hügeligen Bambuswald, hat Peter eine kleine Fabrik übernommen,
um dort seinen Designern ein produktives Umfeld im Grünen zu schaffen.
Dahin wollen wir auch.
Der Gelbe bekommt sogar zum erstenmale in seinem Leben einen festen Stromanschluss, was ein Luxusleben.

100902-arbeitsplatz-dachi2 Den Besprechungsraum nehmen wir gerne als Angebot an, und ich baue meinen Mac-Filmschnittplatz auf. Internetzugang inklusive, wie einige der geneigten Leser ja auch haben schon erleben konnten.

Für die nächsten drei Wochen hab ich meine Beschäftigung gefunden.

100918-badesee-dachi Draussen tagsüber 30°, Sonne,
Nachts immer noch 30° bei Schatten,
da bietet sich der fussläufige Badesee zum Abkühlen an,
wenn denn das Wasser nicht so warm wäre.
In dieser Gegend gibt es dutzende von kleinen Seen.
Alles Stauseen,
um der Regenmassen Herr zu werden und die Dörfer nicht ständig zu überfluten.
Schliesslich leben wir hier jetzt im Regenwald.

Der Jangtse

Auch noch hinter der Staumauer  haben wir einen guten Einblick, wie die Kreuzfahrttouris den gestauten See wohl erleben dürften. 100827-jangtse-schlucht
Gleich nebenan ist ein kleiner Tempelberg, von dem wir einen tollen Ausblick auf die verschiedenen Seitenarme des Jangtse haben. 100827-schlucht-mit-see
Zwei Bootstouren sind im Eintrittspreis gleich mit eingeschlossen,
dann nix wie los.
100827-chinesen-m-foto
Und als uns „Pang“ erzählt,
dass es in diesem schwindelerregenden Restaurant garnicht so teuer ist, und es auch noch leckeren Fisch gibt,
da riskieren wir den Gang an der Wand lang.
100827-restaurant

zum Jangtse Staudamm

Eines hatten Heike und ich uns dann doch auf dieser
„Reise in die falsche Richtung“
in den Kopf gesetzt:
wir wollen zum Jangtse,
unbedingt.

Unser ChefGuide Mr.Zhang ist schon seit Chengdu nicht mehr dabei.
Auch Lieke ist zurück nach Peking.
Nur „Pang“ ist noch an Bord, und der hatte schon bei einer der Chaos-Besprechungen das Äuglein gezwinkert.
Er lässt sich auf fast alles ein.

100826-regenschirm
Angeblich ist südlich des Stausees die Autobahn fertig.
Aber das Gegenteil ist der Fall.
Wegen heftigem Regenwetter ist die „local-road“ immer wieder mal voll gesperrt.

Die Berg- und Talfahrt durch vergessene Dörfer ist Abenteuer und Zumutung zugleich.

Unsere Übernachtungsplätze wissen nicht mal im Dunkeln zu Gefallen.

100822-chaos-dorf
Aber wir werden entschädigt.

„Pang“ verzichtet heute mal auf die Pension,
schläft im Führerhaus
und der Gelbe parkt direkt vor dem Damm. Uiuiuih.

100828-mit-dem-gelben
Da scheint wohl Niedrigwasser im See, jedenfalls sind nur einige Turbinen auf Durchgang geschaltet.
Bei voller Leistung wird hier soviel elektrische Leistung produziert wie vergleichsweise mit 18 Atomkraftwerken.
100827-turbinen-nah
Neben dem Damm mussten etliche Schleusen gebaut werden, um den Höhenunterschied (ca 110 Meter) zu überwinden.

Dem „WeiterLeser“ sei der Artikel in Wikipedia empfohlen.

100827-schleusen-am-damm2

Werkstatt Aufenthalt

100826-werkstatt-aussen So sieht eine Werkstatt unseres Vertrauens aus.
Empfehlung hatten wir jedenfalls keine, als wir auf die Bremsen traten. Nur diese BetonBühne, die sah schonmal ganz verlässlich aus.
Was war passiert.
Kurz nach dem AutobahnEnde, zu Beginn des JangsteStausees wurde es immer lauter, ein Schleifgeräusch.
Der Reserverreifen auf dem Fahrerhausdach hatte sich nicht gelöst.

Aber beim zweiten Halt war es dann klar:

100826-auspuff-daneben Das Auspuffendrohr hatte sich aus dem Topf verabschiedet und hing über der Kardanwelle.
Hochbinden brachte genau 2 Kilometer Linderung.
So schied erneutes Hochbinden aus.

Kurzer Prozess: Auspuffrohr abgebaut und in den Stauraum gepackt.

Viel lauter wird so ein MAN nicht, er brummt etwas mehr bei niedrigeren Touren. Aber die Abgase schwärzen den Unterboden, und überhaupt…

100826-weisse-handschuhe So wie die Werkstatt aussah, so hat er auch gearbeitet: ruhig, konzentriert und zuverlässig.
Das kann jetzt wieder locker 25.000 Km halten, denn die letzte solche Montage erfolgte letztes Jahr in Thessaloniki.

Allerdings hatte der keine weissen Handschuhe an,
und diesmal kostete es auch nur genau 2,50€.
Material und Lohn inklusive.

Übrigens: Eigentlich brauchen Chinesen bei solchen Fahrzeugen garkeine Bühne…

Chengdu ist auch ne schöne Stadt

100824-chengdu-parkplatz Chengdu, für viele das Tor nach Tibet, für uns ist es Verschnauf-  pause nach der Tibet-Ausreisse.

Wir haben Glück und unser Guide lotst uns zu einem Hotelpark- platz in Fussweite zur grossen Tempelanlage Wenshu.

Ein Tag Reisepause,
und selten haben wir ihn so dringend gebraucht.

100824-kerzen-wenshu Chengdu entpuppt sich bei näherem Hinsehen als Glücksgriff. Trotz der 5 mio Einwohner wirkt sie in unserer Ecke sehr überschaubar.

Das liegt auch am Wenshu, der im Innern mit einer grossen Parkanlage aufwartet.
Wir können die Vorbereitungen zur „Wünsche-Verbrennung“ beobachten.

Da werden alle möglichen Wünsche aus Papier gebastellt, zusammengetragen und abends angezündet.

100824-papiergeld Mit den Flammen entschwinden die Wünsche dann in den Himmel wo sie sorgsam bearbeitet werden…

Wer es sich ganz einfach machen will, der besorgt sich Papiergeld. Schliesslich kann man mit Geld ….

100822-fleischspiesse Die Küche dieser Provinz Sichuan muss noch dringend erwähnt werden.
Die Spiesse,
auf der Strasse gekauft,
sind der Renner.
Das liegt wohl am gleichnamigen Pfeffer, dem Sichuan-Peffer, der eine wunderbare Schärfe in Mund zaubert.

Aufgespiesst wird alles was sich nicht wehrt:
Zwiebeln, Bohnen, Maiskolben, Knoblauchzehen,
und natürlich Fisch + Fleisch.
Die zwei Abende werden wir hier zu Stammgästen.