13.Nov.20 – III.Versuch

Reifen Wechseln war eines, aber dann war da noch das linke Vorderrad – Fahrerseite.
Immer wieder verliert er Luft. Manchmal fängt es erst nach 3 Tagen an, dauert dann nochmal drei Tage, dann sind es nur noch 2bar.
Meine Nachbarn rümpfen schon russverschwärts die Nase, immerhin muss der Steyrdiesel einige viele Minuten laufen, um wieder zurück in die 5bar-Zone zu gelangen.

Freund Max kommt zum zweiten Versuch mit genialem Wagenheber. Ganz lässig runter mit den Sprengringen, Reifen runter, Reifen wieder drauf …
Sprengring wieder drauf, geht ja easy…
Wenige Tage später ist es klar: Kein Erfolg.

Der sehr bekannte Mann von Vergoelst soll helfen.
Reifen runter, alles schön sauber machen, neuen Dichtring einbauen, Reifen wieder drauf:
Kein Erfolg.
Ein Loch, eine Säuseltönchen (was die Ursache eingrenzt), nix zu finden.

Für den dritten Versuch hab ich es leichter:
Ich musste letztens mal wieder nachpumpen, (zwei Monate geht jetzt schon das Spiel), da vernehm ich doch tatsächlich dieses sehr gesuchte, leichte Zischen aus dem Gummi.
Hand drauf, Spüli drauf, Finger nochmal drauf, und tatsächlich …
Feine Bläschen wachsen rechts + links von meinem Finger. Jetzt ganz heftig + deutlich die Stelle markieren. Die finde ich sonst nie im Leben wieder.

Mit diesem Befund treffe ich mich mutig zum III.Termin, wieder mit dem LKW-Reifen-Service.
Jetzt weiss ich wo wir suchen müssen.
Reifen Runter, mit Taschenlampe von innen hinein geleuchtet und erstmal Fehlanzeige. Nichts zu sehen.Alles blitzeblank sauber.

Nochmal genau hinschauen, das Loch muss seeeeehr klein sein,
kaum sichtbar,
Photo mit dem Handy machen, Vergrössern,…
siehe da … es sind sogar 5 Löcher …
Minimal, wie kleine Pickel.
Durch diese kleinen Löchlein hat sich der Luftdruck wohl den Weg gesucht.

Der Rest ist für meinen Spezi Routine.
Oberfläche abfräsen …, also aufrauen…

Vulkaniserlösung auftragen,
verreiben,
Ablüften + Antrocknen lassen.

Gummiflicken auflegen,
Andrücken

Und auf die Kanten des Flicken nochmal eine schwarze Gummilösung aufstreichen.

Fertig.
Und DICHT!
War aber garnicht mal so einfach…. !!!

Übgrigens hab ich inzwischen auch diesen genialen (weil zweistufigen) Wagenheber an Bord.
Man weiss ja nie ….

Mi,15.Juli 20 – mit Rheinblick

Ich habs ja schon immer gewusst. Es gibt ganz bestimmt ein paar ausgezeichnete Ü-Plätze am Rhein. Dabei meine ich nicht die Camping- oder Stellplätze unten am Wasser.
Ich bin fest davon ausgegangen, dass es schicke Plätze oberhalb der Weinberge gibt, also quasi auf dem Berg. Die Aussicht müsste dann doch grandios sein …

Gesucht …., gefunden.
Hilfreich waren Sat-Bilder. Da kann man auch die Zufahrten finden, die nicht gerade durch Wohngebiete auf die Felder führen.
Voila…

Selbst vom Wohnzimmertisch gibt es zu zwei Seiten zweimal Rhein …
Wunderbar, und die Ruhe hier …., phänomenal

Kleine Runde zu Fuss durch die Weinberge …
was kann es in Deutschland schön sein …..
Und gut versteckt ist der Kleine ja auch ….




Sa,01.Aug. – ein Haus am See

Einreise nach Littauen, kein Mensch weit + breit, keine Kontrollen, einfach nur herein spaziert.

Das sah auf der Karte schon ziemlich vielversprechend aus, und alleine schon die Anfahrt zum See lässt des Offroaders Herz höher schlagen …. Schotter !! Für einige Kilometer.
Der Platz selbst ist dann ein Traum. Rundherum keine Bebauung soweit das Fahrerherz schaut. und dann diese Stille …

Eines hatte ich allerdings total vergessen: wozu sind eigentlich so kleine Slipanlagen geeignet ….

Na man kann hier Boote zu Wasser lassen.
Und wenn es Bötchen von Anglern sind, dann kommen die für gewöhnlich spätestens zum Sonnenaufgang.
Und genau am nächsten Morgen, gegen 5.30h geht draussen das grosse Boote-rücken los.
Keine Frage, ans rollende Haus kommt kein einziger Kratzer, es klopft auch keiner wild an die Türe. Aber sie kurven bis auf den letzten cm an den Fenstern vorbei und manövriren einer nach dem anderen seinen Angelkahn ins Wasser.
Sorry, das nächste mal mach ich mir vorher die Gedanken …

Mi,29.Juli – Flussbrücke

Einfach mal ne Pause machen, auf dem Weg durch Ostdeutschland. Runter von der Autobahn., und die Rast bietet sogleich auch etwas besonderes.

Flussbrücke bei Hohenwarthe

Hier kreuzen sich zwei Wasserstrassen, hab ich so noch nie gesehen (gibt es aber meherer in Deutschland).
Genau am Kreuzungspunkt gibt es auf der Südseite auch einen sehr gut geeigneten Übernachtungs-Parkplatz.

Für die kurze Pause kommt sogar nochmal die Sonne kurz hinter dem Trog hervor.

Do,30.Juli — auf der Durchreise

Polen ist diesmal so mehr ein Transitland. Bis hinter Warschau sowieso nur Autostrada. Und natürlich auch ein Stau. Selber schuld wenn man im Berufsverkehr unterwegs ist.
Hinter Warschau dann mehr die Landstrasse, Kurs Litauen.
Die Karte zeigt einen der vielen Seen,
ein kurzer Abzweig, der Steyr verschwindet fast im Wasser.

Prima Schlafplatz, aber leider ist das dörfliche Freibad nicht gerad geeignet für einen LKW.
Mmmhhh. Da war doch so ein Imbiss …
Ich steige aus, pirsche mich an die ältere Dame heran und frage einfach mal platt raus, ob sie sich denn nen Steyr auf ihrem Beste-Sicht-Parkplatz vorstellen könne ???
Kein Problem, ich könne hier parken.

Wunderbar, besser gehts nimmer.
Die Sicht auf See und kleinen Sporthafen sind perfekt.
Die wenigen Touris kümmern sich sich nicht um den LKW.
Und sie verkauft noch glatt auf den letzten Drücker zwei Bier.

Ein Rundgang durchs Dorf offenbart schickes + marodes gleichermassen.
Im Schnitt allerdings sind die Immobilien hier in Bestform.

Mo,20.Juli — Steyr-Treff No.1

Also in Gadernheim ist es sehr leicht einen Steyr-Treff hinzubekommen.
Schliesslich kommt der renovierte Steyr genau hierher. EXCAP ist das Unternehmen von Stefan, der sich seit über 8 Jahren ausschliesslich und sehr intensiv im den 12M18 kümmert. Schon 2013 hab ich einen Artikel im ALLRADLER veröffentlicht, seitem ging es steil bergauf.

Diesmal treffen wir Alex hier. Seine Familie ist auf erster Reise, und der Steyr macht sehr merkürdige Geräusche. Die Crew von Stefan hat schon einen Verdacht, und tatsächlich ist das Zwischengetriebe schuld. Der Sreyr hatte zwischenzeotlich eine andere Werkstatt gesehen, und die haben prompt das Zwischengetriebe falsch wieder eingebaut.


Seitdem letztens in Süd-Frankreich die Spur völlig aus der Geraden geriet sind die Vorderreifen tüchtig abgelaufen …

Für den Steyr sind drei Neue fällig. Rad No4 ist ja schon als Ersatzrad in der Carmarque drauf gekommen.
Die drei Räder werden eigenhändig gewechselt, schliesslich bin ich kein Neulinge. Allerdings ohne die Tipps von Freddy hätte ich es wohl nicht schaffen können.
D-a-n-k-e.

Das hintere Felgenhorn mit Montiereisen abhebeln, das geht besser als mit dem Vorschlaghammer.
Gut einschmieren, mit Reifenpaste,
jetzt geht alles wie am Schnürchen.

Neu besohlt kann die Welt jetzt kommen.
Leider nicht die Afrikanische, sondern zunächst mal die Baltische…

Di,18.Juli 20 — Auf dem Wasser …

2 Motoren mit 12 Zylindern, und 640 PS,
die neue Heimat unseres Mastervolt Wechselrichters.

Über ebay Kleinanzeigen hatte mich Hansjürgen angeschrieben und sein Interesse bekundet. Nagelneu, hohe Leistung, aber ich hatte keine Verwendung für das Teil und ihn inseriert.
Der Preis war vollkommen in Ordnung für Hansjuergen,
aber wie verschickt man so ein Monstrum am besten ??
Keine Frage, das ist einfach!
Schliesslich wollen wir eine Testreise mit dem Steyr an den Start bringen und es fehlt  an Reisezielen.
Germersheim ? Kennen wir nicht, wird also Zeit !

Der Liegeplatz ist schnell gefunden, und schon knallen die Sektkorken.

Statt am Salontisch im Steyr sitzen wir nun im Cockpit einer Atlantic 38, auch mal schön !

Es  geht natürlich ums Reisen, zu Wasser und auf der Strasse.
Die beiden wollen die nächsten Jahre mit ihrem Motorboot kreuz und quer durch Europa tingeln.
Ihr Haus wird gerade verkauft und vieles alt eingefahrene abgeschafft. Auto inklusve.

Was soll ich sagen …
der Nachmittag reicht nicht aus, wir wechseln zum besten Italiener der Stadt, HansJuergen kennt sich schliesslich hier aus.

Wir übernachten gleich neben dem Steg …
… und haben den ganzen nächsten Tag ein abenteuerliches Kino vor uns. Am Samstag wird hier ein ums andere Boot vom Trailer ins Wasser gewuchtet, und wieder zurück, natürlich einige Stunden später.

Hansjuergen will sich mit Freunden eine Bucht weiter treffen und sagt schonmal adieu …
bis zum nächsten mal,
irgendwo auf Hollands Kanälen, oder so….

Den Abend verbringen wir auf der ParkeBanke
gleich an der Mole mit Blick auf die Kräne,
die im Sonnenlicht garnicht mal so unromantisch wirken …

Mo,13.Juli 20 — Rainer & Sigrun

Zwei ungleiche Fahrzeuge, und doch so ähnlich.
Rainer hat seinen Sprinter von der Feuerwehr bekommen, und gleich ktäftig umgebaut.
11,5to verglichen mit 5,3to.
Aber die Ähnlichkeiten sind frapierend:
beide Ausbauten setzen nur auf Strom als Energieträger im Aufbau,
haben Lithium Ionen-Accus, eine Waschmaschine, elektrischer Backofen und LED-Leuchten des Herstellers Lumicoin.

Das ist allerdings garkein Wunder, denn Rainer hat die Lumicoins erfunden, ist Hersteller & Produzent.

Auf seine Amber-farbene Aussenleuchte bin ich schon etwas neidisch …

Mo,13.Juli 20 – Die Umwege …

Der Plan war ja ein besonders toller:
Fähre am 26.Aug.20 in Sete/Frankreich nehmen,
nach Marokko übersetzen,
und dann für ein paar Jahre ganz gemütlich bis nach Kapstadt runter.

Ätsch… Daraus wird erstmal rein garnix.

Und was nun ???
Wohin kann man noch ?
Wohin darf man noch ?

Gute Idee:
dahin wo es leer ist.
Wenig Menschen, viel Natur,
viel Wetter.

Nicht so leicht ?
Oh doch, garnicht schwer,
–> auf ins Baltikum,
nach Litauen, Lettland und Estland …
wenn denn die Zeit reicht.

Zwei Monate Zeit,
also dann mal los ….

07.Juli 20 – Countdown Minus 7

Egal was jetzt noch passiert,
oder eben auch nicht passiert …
In spätestens sieben Tagen sind wir unterwegs !

Jeder fängt klein an, deshalb geht es erstmal ein paar Tage durchs Deutsche.

Dann weiter nach Osten,
mal schauen ob wir bis ins Baltikum kommen. Jedenfalls wird der Steyr ganz untypisch weil langsam unterwegs sein.

Allerdings sollte der Schreiner mal Vollgas geben,
auch wenn das Badezimmer hoffnungslos ist.

Immerhin gibt es jetzt die Polster für die Couch …

… und der Fussboden wird wohl auch endgültig verlegt sein …
… aber zuerst muss noch die Mückenschutztüre eingeklebt werden …

Die zentrale Wasserfilterung + Verteilung musste auch mal wieder raus. Eine Verschraubung war undicht.
Dank Schellkupplung (im Bild ganz oben ganz rechts) ist das ganz gut machbar …

Grösste Baustelle ist noch die zentrale Elektrik …

Aber das wird schon noch alles …
sind ja noch locker 5 Arbeitstage….