Sa.26Aug22 – perfekter Stellplatz

Der Steyr zuckelt gemächlich auf bestem Asphalt gen Norden. das Meer fast immer in Sichtweite.
Soll das etwas eine Einladung ein ?
70 Km für diese Tagesetappe reichen ja an sich auch.

Von einem befreundeten Steyr-Kollegen hab ich im Navi einen Track im Bild,
und der müsste genau hier auch schon mal nett eingeparkt haben.
Also nichts wie auf die Ab-Wege …, zum Meer runter.

nur 1.000 Meter auf leicht abschüssigem Pfad …,
und dann DAS …

Rund 30Km nördlich von Bentiaba fühlt man sich allein auf der Welt.
Mit dem Meer.
Der Steyr hat einen perfekten Platz, gut abgeschirmt vom Salzwasser.
Aber die weissen Brecher rauschen bis ins Himmelbett.
Einfach perfekt.

Do.18Aug22 – Probleme zum Start

Irgendwann musste das ja kommen. Gestern hat der Steyr nur sehr wenig Lust gehabt den Anlasser zu drehen. Die Batterie haben genau jetzt eindeutig keine Power mehr.
Neun Jahre haben sie gut gehalten, mehr als die meisten anderen Vertreter, aber jetzt meinen sie,
ist Schluss damit.

Morgen soll es nach Angola hinüber gehen, viel Zeit ist nicht …
Braucht es aber auch nicht.
Tsumeb ist ja nun keine kleine namibische Stadt.
Der Stadtplan gibt ganz in der Nähe einen Shop mit Namen „Diesel Electric“ an.

Diesel und Elektrik ?
Das schliesst sich doch praktisch schon aus, jedenfalls bei vernünftigen + älteren Maschinen.
Naja, versuchen kann ich es ja mal.


Die Werkstatt wirkt überdurchschnittlich,
ein Monteur ruft sofort nach dem (weissen) Filialeiter.
Der kommt und bringt den Meterstab gleich mit,
nimmt die Abmessungen der ich-will-nicht-mehr-Batterie auf,
geht zum Tresen und schaut in sein Lagerprogramm …
Ja, hat er zwei Stück von im Lager, kann er sofort einbauen.
Macht natürlich nicht er selbst, sondern sein Farbiger Monteur. Logo.
Der Preis nur ein bisserl höher als in Deutschland.
Aber das Beste: der Steyr hat jetzt nigelneue Batterien, da kann jetzt kommen was wolle …
und ein bisschen, ein gaaanz kleines bisschen stärker sind sie auch …
(145 Ah statt 144 Ah…)

Do.18Aug22 – Einreise Angola

Spannende Grenze, weil es die erste wirklich echte afrikanische Grenze ist.
Namibia war sehr europäisch: korrekt, vorhersehbar + gut zu meistern.
Stempel mit Visa bei der Einreise, so einfach wie unkompliziert.

Angola will vorab ein eVisum beantragt haben. Immerhin braucht man keine Einladung wie noch vor kurzem.
Im eVisum musste ich schon einen Grenzort eingeben, jetzt stehe ich aber vor einem anderen.
Passt einfach besser zur Route. Hotelbuchung hat ich keine, nur eine Anfrage über Booking.com.
Einige andere Papiere waren auch nicht ganz korrekt.
Jetzt heisst es Farbe bekennen… wollen sie mich oder nicht ?

Die Ausreise aus Namibia erst mal wieder ganz easy.
Die Gebühr für Strassennutzung will keiner sehen. Hab ich auch nicht.

Die angolanischen Frauen mit ihrem Gepäckraum auf dem Kopf sind jedenfalls schonmal ne prima Einstimmung.

Man kann es drehen und wenden wie man will. Entweder war die Strecke von Tsumeb hier rauf zu lang, oder ich zu langsam.
Die angolanische Grenze hat vor gut einer Stunde dicht gemacht (17h).
So bleibt nichts anderes übrig als im Niemandsland zu campieren.
Egal, schön ruhig ists ja hier.

Bei der Einfahrt in den GRenzbereich erstürmen zwei Leute mit Plaketten und Ausweisen um den Hals den Steyr. Schon bald stellt sich heraus: keine Offiziellen, sondern Schlepper die gegen Trinkgeld über die Grenze helfen wollen.
Jedenfalls kann ich sie auf heute morgen 9.00h vertrösten.

In Deutschland heisst es ja: nicht bestellt wird nicht bezahlt.
Wie das hier ausgeht muss man dann mal schauen.
Gegen 7.45h klopft es schon heftig an die Zimmertüre.
Das kann ich ja schon mal gar nicht ab.


Die Wuselei ist undurchschaubar.
Der Officer macht aber nen arbeitssamen Eindruck und nimmt sich des eVisums an.
Einziges Problem: wie kommt denn die Gebühr rüber.
Die europäischen Kreditkarten gehen nicht an den Automaten.
Euro kennt man nicht. US-Dollar habe ich nicht.
Ein kleines hin- und her, aber der Ausweg aus der Notlage ist zu finden: es wird ein Geldtauscher zur Grenze beordert. Schwarztausch versteht sich. Bester Kurs, und die Polizei überwacht den Transfer. Da kann ja garnichts gehen.

Nach ner guten Stunde gibts 30 Tage für Angola, Verlängern soll wohl im Land kein Problem sein.

Die Schlepper bekommen vom Kursgewinn eine Kleinigkeit ab, alle sinds zufrieden.
Hmmm, wenn das so einfach ist, dann könnte ich doch glatt nochmal schwarz tauschen.
Freiwillige gibts an der Grenze genug.
Der Kurs ist wieder gut (1€ = 470 kwanza), ich halte 150 Euro hin. Macht gut 70.000kwa. Uppsss, da stimmt doch was nicht. Ich verweigere die Annahme, nochmal zählen, jetzt langsam.

Fehler: ich zähle die Scheine nicht selbst in MEINER Hand, ich lasse mir vorzählen, jetzt stimmts.
Das Bündel wird mir ausgehändigt, aber irgendwie….
In den Steyr klettern, noch mal nachzählen, Mist, es fehlt fast die Hälfte.
Aber draussen ist schon keiner mehr zu sehen.
Ein Taschenspielertrick !!!
Ok, jetzt bin ich gewarnt, denn Lehrgeld ist bereits gezahlt.

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Do.11Aug22 – Angola

Koffer gepackt, nur leichtes Übergewicht …
Kein Wunder wenn man ein Glaswaschbecken einpackt,
und einen Faltenbalg für den Durchgang, und Messingfittinge, ein Überdruckventil und, und, und….

Heute Abend geht der Flug FRA -> WDH (Windhoek).
Morgen früh gegen 9h lacht schon die Hauptwohnung bei Markus.
Dann kann das Solarpanel für die Nachladung der Steyr-Batterien wieder abgebaut werden,
weil dann schon bald die Sechs-Zylinder wieder aktiv werden.

„Parkposition“ im Glücksland

Mit im Gepäck das online besorgte eVisa für Angola.
Denn da geht es dann zügig hin, nach Norden, an den Grenzfluss Kunene,
und weiter nach Angola hinein.

Ein zwei Monate stehen zunächst auf dem Plan,
weiter tief in Afrika hinein,
weiter, als dieses doch sehr westlich geprägte Namibia.

Los gehts.

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