Letzte Tanke Usbekistan.

Schon unter den Travellern in Samarkand geht die Runde: Tanken in Tadschikistan ist teur, die haben kein eigenes Öl.
Also, hoch die Tassen, noch vor der Ausreise.
Unsere Wahl fällt auf eine kleine verträumte Station hinter rotem Tor und grünen Büschen.

Der angeschlagene Preis geht in Ordnung 1.040 Sum,
also rund 53ct.
Reinhard gibt seine Geldreste,
30.000 sum, und es werden 27 Liter.

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Völlig verdutzt sehen wir,
wie einer der herumstehenden Jünglinge sein Stühlchen heranzieht,
die Handkurbel greift und ganz munter 27 Liter aus den Tiefen der Tanks mit Muskelkraft heraufzieht,
damit sie in den Gelben plätschern können.

Eine Schaumkrone kann sich da auf dem Sprit erst garnicht bilden.

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Und wie stehts mit Dollar ?
Umrechnung praktisch wie sonst auch, 1.850 sum für einen Dollar.
Damit sinkt der Dieselpreis für uns Eurokunden weiter auf 45ct.
Fühlt sich doch gut an,
und die Tanks des Gelben könnens vertragen.
Kurzum, wir geben einen Folgeauftrag.
Wir möchten dann nochmal 300 Liter, bitte sehr.

Na da fühlte sich aber die Jugend gefordert.
Das geht jetzt im Schichtdienst, Wechsel alle fünf bis neun Minuten,
je nach Kondition des Schwengelers.

Gedauert hats, aber wir haben ja Urlaub.

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Und zum Schluss kommt dann noch El Cheffe…
und meint, Junior habe alles ganz falsch gemacht, der Wechselkurs zum Dollar sei nur 1.800 und er möchte noch gerne 5 Dollar nachhaben.

Hmmm, da ist er eindeutig an die Falschen geraten.
Das hab ich ihm versucht zu erklären.
Schliesslich bin ich dann mal prophylaktisch vom Dieselkauf zurück getreten,
und hab die Jungs gefragt, ob sie auch andersrum kurbeln könnten,
den Sprit aus dem Gelben wieder in ihre Tanke.
Die haben gelacht,
ich nicht.
Mir ists ernst.
Und El Cheffe auch,
der will seinen Nachschlag.

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Naja, vielleicht hab ich dann den guten Stil etwas verloren, bin lauter geworden,
hab gefragt,
wer er denn er überhaupt sei,
die Preisabsprachen wären mit dem Junior im Gelbhemd getroffen worden.
Alles paletti, oder ?
Da hat Cheffe eingelenkt,
er drohte wohl sein Gesicht in der Runde etwas angeeckt zu bekommen.
Happy Ende, kein Nachschlag.
Alles gut.
Wie praktisch immer,
hier in ZentralAsien.
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