22.Juni – wieder ein Abenteuer in Kissingen

140621-steyr-auf-bliss-stand-_400_dsc004911 Nachdem ich letztes Jahr mit dem Steyr-Fahrgestell unter das Dach des EXCAP-Stand schlüpfen konnte,
(Regen war angesagt und kam aus vollen Kübeln…),

ging es dieses Jahr mit Koffer auf den OpenAir-Stand von Bliss Mobil.
Es war ja auch Sonne angesagt.

Egal, es war wie immer,
damals den Regenschirm,
dieses Jahr die Sonnencreme: beides vergessen 🙂

Nächstes Jahr wird alles anders,
ich bin gespannt ….

140621-bliss-stand_400-img_7429 Bliss Mobil war gleich mit vier Fahrzeugen vertreten und galt als echte Innovation in der großen Fahrzeugklasse.

Das muß sich rumgesprochen haben, denn die Besuchermarke erklomm ein neues Rekordhoch: knapp 55.000 in vier Tagen.., da kam wirklich keine Langeweile auf.

140621-stefan-schmidt_gsl_achim-kumm_400-dsc00486 Inzwischen bedeutet Kissingen auch immer viele alte Bekannte aus der Allradler-Szene wieder treffen zu können.
und ein kleines bisschen gehöre ich vielleicht auch schon dazu.

10.Juni — Afrikafest in Lissberg

140606-lissberg-schotten_400-p1020602 Endlich hab ich es mal geschafft,
nach Lißberg an den Vogelsberg zu kommen.
Gehört hatte ich schon viel, und seit Jahren von diesem Afrikafest auf der Burg.
140608-lissbergfest_400-p1020638 Und in der Tat wurde nicht enttäuscht, sondern sogar kräftig überrascht. Ganz erstaunlich was die hobbymässige Orga auf die Beine stellt.

Eine ganzes Wochenende kommt Afrika hierher.
Zu trinken, zu Essen, Diavorträge, Trommlerkurs, eine Shopping-Mini-meile, und dazu ein Travellercamp was wohl Jahr um Jahr größer geworden ist.

140608-lissberg-trommler_400-p1020637 Im Mittelpunkt stehen natürlich die Musikgruppen, vor allem dieses Jahr aus dem Senegal.

Daß es dabei viel Reggae-Musik zu hören gibt, kann wohl nur am Exodus vieler Afrikaner in die Karibik zusammenhängen…

Oder war es einfach das tolle Urlaubsfeeling, was allen Besuchern gut tat …????

19.Febr.–Public Viewing

100219-publicviewing_15 Die Herren Vorstände hatten gerufen,
und wirklich sehr viele sind gekommen….,

zum „Public Viewing“ des Mücke –> Lhasa Films.

So viele, dass schon vor Filmbeginn die acht Kisten Bier „vergriffen“ waren.

Kein Problem, wie sind ja auf dem Dorf, da sind mal schnell 10 weitere aufgetrieben.

100219-publicviewing_13 Trotz Temperaturen unter Null war es offenbar für alle ein Vergnügen, unsere abenteuerliche Reise aufs Dach der Welt ein Stück mitzuerleben.
100219-publicviewing_10 Übrigens denkt der

XdreamTravel.org e.V.

auch drüber nach die beiden DVDs gegen eine Spende von 20€ (je DVD) den Interessierten zuzusenden.

Anfragen auch an meine Emailadresse.

100219-publicviewing_042 Und nach Filmschluss war dann eine wichtigte Frage:
Wo geht es denn als nächstes hin?

Na, soviel ist klar: da geht noch was.
Und für ne Überraschung ist der Trupp allemal gut.
mal schauen…
und zuschauen…,
zum Beispiel auf unsere www.Seiten.

07.Jan.–Menschen 2010

Wenn man das Weite sucht,
dann freut man sich doppelt,
immer mal wieder eine Nähe zu finden.
Nähe zu Menschen.
Jeder für sich ein Unikat, manche ein „Original“.
Alle sind eine Erinnerung wert.
Stellvertretend für sehr sehr viele, hier der Bilderbogen 2010
1_100722-benemsi_sm„Benemsi“. Irgendwo neben der M-7 zwischen Nowosibirsk und Krasnojarsk parkte sein Magirus auf der Wiese. Fast zwei Wochen waren wir dann zusammen unterwegs. Am Baikal, im Tunca-Tal.

2_101003-matthias_smMatthias aus der Schweiz. Als wir uns trafen war er gerade mal seit ein paar Tagen in China. Und staunte jede neue Minute über Land und Leute. Ich hab irgendwie deine EmailAdresse nicht. Dabei wüsste ich doch gerne, ob du aus dem Staunen inzwischen raus gekommen bist …..

3_101023-lipingyaping_smLiping und Yaping aus Jinan/China. Sie hatten mich eingeladen ihre Stadt zu besuchen. Und dann gings auf den tausend Buddha-Berg, in die Restaurants, Tempels und Strassen der Stadt.

4_100825-gslpunk_smFür „Punk“ war es leicht dieses bunte Abendessen (zB Ente cross) südlich des Yangste zu finden. Es war draussen so unwirklich, dass im Gelben aufgetischt wurde. Fast zwei Wochen sind wir mit ihm von West nach Ost durch China gecruist. 4000 Km.

5_101204-oegiliy-opaoma-murat_smOma und Opa Murat. Im Altai der Mongolei, in Ögiliy. Nachdem ich in ihrem Hause zu Gast war, kamen sie am nächsten Morgen zum Gegenbesuch. Kasachen, die seit Generationen durch einen Grenzzaun von ihrer Heimat getrennt sind.

6_101117-shipping_ma_sm„Shipping-Ma“. Aus Ningbo kam sie angeflogen, um mich über die Grenze zu bringen. 3.000 (!) Container schafft sie jährlich ausser Landes. Da ist sie Spezialistin, auch wenn man es ihr mit europäischen Massstäben nicht ansieht.
Kleider machen eben keine Leute. Heute nicht mehr.

22.Dez.–Herzliche Grüsse

101212-weihnacht-in-ches-wolga2sm

Das war 2010.
Für mich spektakulär. Und auf ewig eine Erinnerung wert.

Die Weihnachtsdeko hat mich nun auch eingeholt, aber ich habe Glück,
der Abbau kommt schneller, als ich mich daran gewöhnen muss.

Weihnachten am Strand mit nem Drink in der Hand hat dieses Jahr nun nicht geklappt.
Aber das hat einen ganz sympathischen Vorteil: ich bin gaaaanz nah bei Euch.
Also sollten wir die Gelegenheit nutzen…
Wiedersehen auf bald,

Guten Rutsch, nicht nur auf Schnee und Eis
Herzliche Grüsse,
cu,
Günther

20.Dez.–Back on the Block

Es und ich ist gelaufen.
Ich bin wieder zurück.
In Aachen, meiner Geburtsstadt.
Meine Heimat? Da hab ich jetzt wieder ne sehr gute Gelegenheit das herauszufinden.

Die letzten Tage gingen flüssig.
Ausreise aus Russland “
just-in-TransitVisaTime“,
Einreise ins EU-Land mit ner klitzekleinen Attacke auf meine Geldbörse und dem Dauerstreit: bin ich nun LKW und hab viiieeel Zeit = rechte Abfertigungsspur
oder bin ich nur ein zu gross geratener Touri = linke Spur.
Attacke Abgewehrt.

101211-uebernachtung
Lettland, Litauen, Polen, die Rastplätze werden mondäner, die Strassen besser.
Die letzten knapp 1.000 Kilometer durch Deutschland dann auf fastchinesischAsphalt.

Schnee? Klar, lag herum, war aber wenig,
für mich.
Die Deutschen proben gerad das Chaos. Gelingt ihnen auch zunehmend besser. Mir nicht.
Nicht nach Mongolei, Sibirien, Tibet.

Man wird zufriedener
wenn man unterwegs ist/war. Das ist sehr schön, tut gut.

101216-dauvnepils-littauen
7000 Liter Diesel,
zu durchschnittlich 68 ct,
35.000 Kilometer,
90 Tage gefahren, 90 Tage nicht gefahren,
105 Tage allein in China gewesen,
5.300m mein höchster Pass,
10 Kg belgischen Kaffee gebraucht,
2x die eigene Waschmaschine ausgepackt,
6.000 Photos geschaffen,
kein Öl nachgefüllt,
keine Luft nachgepumpt,

und sowieso keine einzige Reifenpanne gehabt, (und das wundert mich mit am allermeisten….)

101211-doppelhaus
der BaikalSee (Sibirien),
der Namtso Lake (Tibet),
der Quinghai Lake (China),
ein namenloser Badesee in Daqi,
das ostchinesische Meer,
der Ruwok See (Tibet, Bild),
die Wolga,
die Lena,
der Yangste
der Gelbe Fluss….
100820-ruwei-see-tibet
Am Sonntag bin ich dann direkt in fast kompletter Familie gelandet.

Nur eine fehlte, nanu…

Schwester Inge trudelte kurz nach mir in unsere Kaiserstadt  ein. In Shanghai hatten wir uns das letzte mal gesehen…,

und jetzt hab ich sie vom Bahnhof mit dem Gelben abgeholt.
Aus Bangalore/Indien schwebte sie ein,
was eine RumTreiberFamilie…..

101219-ingegsl1

15.Dez.–Mein Russland

100727-haus-fenster-am-baikal Auf dieser Tour war ich rund einen Monat in Russland unterwegs.
Bis zum Baikalsee, rauf in den Norden bis nach Tomsk. Und durch den russischen Altai.
Ich bin stundenlang durch Ölfelder gefahren (nördlich Ufa).
Einmal rund, und einmal mitten durch Moskau.
Letztes Jahr hab ich die autonome und buddhistisch geprägte Provinz Kalmücken besucht
und war auf der Krim.

Da verfestigen sich ein paar Gedankengänge.

100729-shopping-center-im-bau Russland hat zusammen mit den USA ein grosses Stück Weltgeschichte geschrieben. Supermacht hat man Russland genannt.
Und heute?
Die autonomen Provinzen haben ihre Selbstständigkeit besser nutzen können als die Nichtautonomen.

Grosse Bauprojekte sucht man flächendeckend im Land vergeblich. Und der Bestand verfällt in hohem Tempo. Die Grundversorgung mit Schulen und Krankenhäusern ist gut, hat sich aber in den letzten 20 Jahren auch nicht verbessern können.

100729-am-gaenseseee Das Strassennetz, Rückgrat jeder Landesentwicklung,
(weiss jeder seit ‚Sim City‘)
befindet sich in einem trostlosen Zustand. Eine Instandhaltung findet nicht statt.
Noch zwei, drei Jahre, dann schlägt sich das wesentlich erhöhte Transportrisiko auf die Preise und auch auf die Versorgung der entlegenen Landesteile durch.
101212-olpumpe Russland ist sehr reich an Bodenschätzen.
Öl und Gas werden einfach hochgepumpt und verkauft.
Die betroffenen Provinzen profitieren augenscheinlich nicht davon. Auch hier keine besonderen Entwicklungsprojekte.

Der ganze Ertrag fliesst offenbar ohne den geringsten Abzug direkt nach Moskau.

101214-moskauer-dampf Das ist dann wohl auch der einzige Grund, weshalb Moskau inzwischen die teuerste Stadt der Welt ist.
Nicht weil es besonders attraktiv ist, sondern weil hier Geld im Überfluss gesammelt und ausgegeben wird. Das macht einfach die Preise kaputt.
Aber auch hier wird nicht in Zukunft investiert.
Wahrzeichen Moskaus sind heute die Kondensfahnen der Kraftwerke inmitten der Stadt.

10.Dez.–Gedreht und nicht geschüttelt

1_101204-uaz-m-schraglage Den mongolischen Altai im Winter zu fahren ist hart.
Viele Pisten sind komplett unter dem Schnee verschwunden. Keine Fahrspuren zu sehen.
Und wenn dann mal Fahrspuren die Orientierung erleichtern, dann sind sie nicht zu benutzen, weil metertief voll Schnee geweht.

Ich steige oftmals aus, um zu Fuss herauszufinden, welcher Weg der beste ist. Ich muss unbedingt solche gefährlichen Schräglagen wieder bei diesem UAZ vermeiden. Oder schiebe ich nur übertriebene Panik ?

2_101204-minus-29 Das Thermometer fällt weiter. Dank der Standheizung kann ich morgens den Motor vorwärmen. Eine Stunde braucht der Berg aus VollMetall, um aus dem Tiefkühlbereich auf Null Grad „warm“ zu werden.

Die Koffertüre klebe ich ab, zuviel eisiger Wind drückt auf die Türdichtung.

Meine Wasseranlage funktioniert einwandfrei. Wie gut, dass alle Tanks zusätzlich eine Heizschleife der Heizung abbekommen haben.

3_101210-dreher-eisplatte 10 Tage Zeit für 5.000 Kilometer, quer durch Sibirien. Das TransitVisum der Russen gibt nicht mehr her.
Ich stell mir den Wecker, denn ich will und muss mit dem ersten Tageslicht schon unterwegs sein.

Immer wieder Vereisungen auf der Strasse. Komprimierter Schnee wird bei -20° zur Eisplatte. Ein kleines Problem, wenn eine Radseite noch Asphalt findet. Ein grosses Problem wenn aber das Eis über die ganze Breite geht. Dann heisst es Ruhe bewahren.
Zwischen Tjumen, Celjabinsk und Ufa kommst ganz dick, das sind immerhin 1.500 Strassenkilometer = 3,5 Fahrtage.

4_101210-dreher-t Zweimal rutscht mir das Heck beim Überholen zur Seite weg, aber ich kanns wieder einfangen.
Kurz hinter Celjabinsk, in einer leichten Kurve bricht dann das ganze Fahrzeug aus. Tempo 45, ich war schon auf der Hut.
Ich dreh mich um die eigene Achse und rutsche die Böschung hinunter. Wie versteinert warte ich auf das was passiert. Jetzt bloss kein Umkippen…
Im tiefen Schnee komme ich in leichter Schräglage zum Stehen. Mein Glück: die Böschung ist hier nur einen Meter hoch.
Mit einigen Anläufen und allen Sperren komme ich so gerade wieder auf die Strasse zurück
5_101213-weggerutscht-sattels2 Andere haben da weniger Glück und hängen unglücklich neben der Strasse.
Ich sehe in den nächsten drei Tagen mindestens 20 frische Abdreher.
Die Spuren im Schnee zeugen von vielen Dutzenden von Ausrutschern seit dem letzten Schneefall.
Das ist nicht so einfach,
im Winter durch Sibirien.

04.Dez.–bei den Murats

101127-auspuff-demontiert-steppe Ja ja die Mongolen, die sind mir schon wer …
Ich will mal die Geschichte von Murat erzählen. Besser gesagt von Murat+Family.

Das fängt ganz harmlos und auch alt bekannt an: mein Auspuff ist mal wieder hin. Mitten in der mongolischen Steppe, zwischen Arvanher und Bayanhongor. Das Endrohr rutscht wieder mal aus dem Topf. Die für genau diesen Halt vorgesehen Schelle scheint irgendwie vom Montag abzustammen.

101127-auspuff-demontiert Kein grosser Akt. Hier so im stürmischen Steppenwind reparier ich da garnix, schraube lieber die Halterung auch noch ab, und staue das Endrohr einfach weg. Der Gelbe wird so auch nicht lauter.
Nun komm ich zeitig in West-West Mongolei, in Ölgliy an.
Da steh ich abends so auf einem belebten aber angenehmen Parkplatz zur Nachtruhe, da klopft es an meine Box.
Rollos sind unten, also kann keiner sehen, dass ich drinnen bin. Mache die Türe zum Durchgang auf, und sehe einen Lada vor mir parken. Murat mit seiner Frau.
Sie lauern mir geradezu auf.
101128-vor-restaurant Als Murat mich sieht, springt er aus dem Lada und empfiehlt mir alle seine Dienste, vom Hotelbett (hab ich schon), übers Abendessen (hatte ich schon), bis zum Museumsbesuch (will ich den ?).
Okay, nen Auspuffreparierer könnte ich brauchen.
Ohhh, da bin ich bei ihm goldrichtig. Er ist Spezialist. Ich soll doch gleich den Diesel anwerfen und hinter ihm herfahren.
Das können wir morgen in Angriff nehmen, heute hab ich meinen Schlafplatz gefunden, und der Diesel schläft auch schon.
Murat lässt nicht locker. Es kostet mich locker ne halbe Stunde, dann zieht er mit Frau und Lada von dannen. Bis morgen um 9h dann.
101203-opa-murat Ich hab es schon definitiv gewusst. Um 8.30h poltert es gegen die Türe. Murat. ich geb ihm noch ne halbe Stunde frei.Erstmal Tee trinken. Opa Murat, Oma Murat, Bruder und Schwester Murat, Nichte Murat. Das find ich ja wirklich nett, mal etwas in so ne Familie reinschnuppern. Vor allem Opa ist locker drauf und erzählt nen Schwank. Ich schmunzle und lache an verschiedenen Stellen, und alle sind zufrieden. Dann der Auspuff. Ob ich denn Werkzeug dabei hätte? Wie Werkzeug? Hat er denn keines? Naja, ein bisschen schon…, wollen wir mal sehen.
Im Grunde hätt‘ ich es selber machen können, aber Murat gibt sich alle Mühe und steuert auch ne Schraube samt Mutter aus der Blechsammelschublade bei.

Zum Abendessen soll ich natürlich auch kommen, oder am besten gleich da bleiben.
Was macht denn jetzt die Rechnung, frage ich ? Naja, also für das Auspuff reparieren, für den Tee, fürs Abendessen, und für meinen Schlafplatz vorm Haus 35.000 Tokrig (ca. 20€). Ich handel auf 30.000 Tockrig runter, und alle sind zufrieden. Ich schlafe wirklich ruhig und gut.

101203-vor-murats-haus1 Am nächsten morgen zum Tee.
Ich hab festgestellt, dass meine Reserve H4 Birne auch nicht mehr funzt. Ob er eine neue im Dorf auftreiben kann, aber 24V muss sie haben, LKW-Technik.
Kein Problem, meint er. Kostet? Na 12V kostet 6.000 Tokrig, 24 V 12.000. Und für seine Bemühung nochmal 5.000.
Ich bräuchte auch drei Brote und 5x 1,5l Trinkwasser. Auch kein Problem, Brote kosten 3.000 und das Wasser 5.000.Ich solle meinen Diesel stehen lassen. Wir fahren mit dem Lada. Sohnemann und Frau fahren auch gleich mit. Die beiden steigen irgendwo im Bazar aus, wir fahren eine Strasse weiter. Er spricht einige Leute auf der Strasse an, bei einem AutoteileContainer fragt er nach, aber er hat keine. Wir fahren wieder ne Strasse weiter, Frau und Sohn steigen ein, Sohn hat die passende Lampe in der Hand. Ergo: ich war wichtigster Teilnehmer eines Ablenkungsmanövers. Ich durfte auf keinen Fall beim Kauf der Birne dabei sein, so sehr überteuert hab ich sie bekommen. Brot und Wasser kamen auch wie von Geisterhand ins gelbe Haus.
101204-junior-murat Zudem versucht Murat immer wieder genau das abzustauben, was er so in meinem Haus herumliegen sieht: mein Handy mit Touchscreen (seins hat nur Tasten), ein „Schoolbag“ für den Sohn (mein Loewe Treckingrucksack mit 85 Liter), meine Fleecejacke und meine Jeans, die ich gerade anhabe und so weiter…
Bekommen hat er von alle dem nichts. Dabei hätte ich schon einige nützliche und wertvolle Geschenke parat gehabt, „Not used“, sondern nagelneu.
Achso, fünf abgezählte Kulis wollte er noch haben, für alle männlichen Familienmitglieder, einschliesslich Opa. Die hat er bekommen, und für Mama Murat auch einen.
Meine Meinung: Das ist nicht mein einziger solcher Fall in der Mongolei. Solche Mongolen haben ihr Nomadentum aufgegeben, und das Überleben stellt sich als schwieriger heraus, als das es die Froh-Botschaften aus der Werbung glauben gemacht haben. Sind deshalb die mongolischen Nicht-Nomaden andere Mongolen? Ich denke schon !